Baumfarne im Botanischen Garten Berlin Baumfarne
Baumfarne  
   
 

Baumfarne - Farne, die in den Himmel wachsen
In der botanischen Nomenklatur werden Baumfarne in die Abteilung Filicinophyta eingeordnet. Das heißt, es handelt sich um echte Farne. Denn sie vermehren sich durch Sporen und besitzen die für Farne typischen Wedel, die sich beim Wachstum entrollen. Beim Kampf um das für Pflanzen lebensnotwendige Licht haben einige Farne bereits vor Jahrmillionen einen baumstammähnlichen "Rhizom" entwickelt mit dem sich die Blatt-Krone viele Meter über den Erdboden erheben kann.

Baumfarne - lebende Fossilien
Baumfarne gehören zu den bemerkenswertesten Lebewesen unseres Planeten. Sie besiedeln die Erde seit einer unvorstellbar langen Zeit. Schon in den Sümpfen des Karbon (360 bis 286 Mio Jahre) gab es die ersten baumähnlichen Farne. Die Vorfahren der meisten heute existierenden Baumfarne werden mit Hilfe fossiler Funde auf ein Alter von mehr als 144 Millionen Jahren datiert. Sie entstanden in den Erdzeitaltern Trias und Jura. Damit sind sie lange vor den Blütenpflanzen entstanden. Existierten zusammen mit Dinosauriern und überstanden globale Katastrophen und Klimaveränderungen bis auf den heutigen Tag.

Rekonstruktion eines Sumpfes im Karbon
Rekonstruktion eines Sumpfes im Karbon mit ersten baumähnlichen Farnen.
© The Open University, John Watson


Die Architektur der Baumfarne
Baumfarne besitzen einen aufrechten, bis mehrere Meter hohen Stamm. Einen solchen Stamm haben Farne aus ganz unterschiedlichen Farn-Familien entwickelt. Es gibt Baumfarne deren Stamm nur einen Meter hoch wird. Manche Arten erreichen jedoch die bemerkenswerte Höhe von 15 Metern. Dieser Stamm, Rhizom genannt ist ein aufrecht stehendes Wurzelbündel. Anders als bei Samenpflanzen wie Nadel- und Laubbäumen, weist dieses Rhizom kein Dickenwachstum auf. Am oberen Ende werden die Farnwedel ausgebieldet. Sie sitzen in dem für Farne typischen "Nest" und entrollen sich zu stattlichen Farn-Blättern mit zum Teil mehreren Metern Länge.

Das Verbreitungsgebiet der Baumfarne
Heute decken die Familien Cyatheaceae mit ca. 650 und die Dicksoniaceae mit ca. 45 verschiedenen Arten den Großteil der Baumfarne ab. Baumfarne kommen in allen tropischen Regionen der Erde vor. Einige Arten besiedeln jedoch auch subtropische und kühle Klimazonen. Mit der Art Cyathea smithii, die auf den Auckland Inseln (südlich von Neuseeland) wächst, finden Baumfarne ihr südlichstes Verbreitungsgebiet. In Südaustralien und auf Neuseeland gibt es Waldgebiete die nur aus Baumfarnen bestehen.

Der Farnzyklus - vom Staubkorn zum baumhohen Farn
Das Leben eines Baumfarnes beginnt mit einer Spore. Sporen sind nur wenige zehntel Millimeter groß. Sie bilden sich in Stecknadelkopf großen Ansammlungen (Sori) an der Blattunterseite der Farnwedel. Sind die Sporen reif, fallen sie zu Boden. Nach einigen Wochen beginnen die Sporen zu keimen und wachsen zu einem ca. 5 mm großem Blatt (Prothallium) heran, das flach auf dem Boden liegt. Auf dem Prothallium bilden sich weibliche und männliche Geschlechtsorgane. Bei ausreichender Feuchtigkeit (Tau oder Regentropfen) sind die Spermien in der Lage zum weiblichen Geschlechtsorgan zu "schwimmen" und es zu befruchten. Aus der verschmolzenen Samen- und Eizelle entwickelt sich das erste kleine Farnblatt. Man könnte damit das Prothallium als eine Art "Blüte" sehen. Im Unterschied zu den Blütenpflanzen entsteht diese "Blüte" jedoch aus einem Samenkorn (der Spore) und entwickelt sich zu einer neuen Pflanze. Während sich der Farn weiter entwickelt, stirbt das Prothallium langsam ab. Der erste Lebensabschnitt im Farnzyklus ist beendet.
Der Farn wächst nun zu einer erwachsenen Pflanze heran.
Wenn sich nach einigen Jahren an den Wedeln wieder Sporen bilden, ist der Zyklus geschlossen und kann von neuem beginnen.

prothallia-blaetter cyathea cooperi prothallia-blaetter cyathea cooperi
Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.
prothallia-blaetter cyathea cooperi
Nach der Befruchtung haben sich erste "echte" Farnblätter gebildet. Zweites Stadium.

Gestaltungstipp
Wie sich ein Baumfarn im Kübel am Sommerstandort gut in ein Pflanzenbeet integrieren läßt.
Eine einfache Methode ist der Topf im Topf. Wie in der Abbildung zu sehen ist, wird ein Topf in der Erde versenkt.

Topf im Topf Methode

Gut geeignet ist hierfür ein Maurerkübel. Die gibt's in Baumärkten in unterschiedlichen Größen und sie sind viel preiswerter als normale Pflanzenkübel. Sie müssen lediglich am Boden mit einigen Löchern versehen werden, damit das Wasser abfließen kann. Dieser Topf bleibt das ganze Jahr in der Erde. Sie können dann den Farn im Frühjahr einfach hineinstellen und im Herbst wieder herausnehmen. Wichtig ist, dass der Pflanztopf nur etwas kleiner ist als der im Boden versenkte Topf, damit kein Spalt entsteht in den kleine Tiere fallen können. Am besten Sie besorgen sich beides zugleich in einem Baumarkt mit Garten-Center. Dann können Sie ausprobieren, ob die Größen passen.
Damit sich der Kübel mit dem Baumfarn optisch nahtlos in die Pflanzenrabatte integriert, pflanzen Sie sowohl in den Topf, als auch im Beet drumherum einen Bodendecker. Geeignet ist z.B. Tiarella cordifolia (Waldschaumblüte). Sie wächst schnell in die Breite und verschließt die kleine Naht im Frühjar sehr schnell. So sieht alles aus wie aus einem Guß.
Im Winter sollten Sie den leeren Topf im Boden entweder abdecken, oder einen dicken Ast hineinlegen, damit es keine Kleintierfalle wird.

 
Link anemone japonica
Pflanzen-Notizen zu einer außergewöhnlich schönen Pflanze:

anemone-japonica.de

   
  Impressum   nach oben